dann

Januar 24, 2007

Um dich in Ruhe abzuwenden,
stell ich dir meine Angst entgegen.
Stolz und stark verdeckt sie mich.
Und was ich war
für den, der mich einst suchte.

Bis deine Sehnsucht
meine Richtung nicht mehr kennt.
dein Haupt sich neigt,
um nur noch kurz zu weinen,
weil nichts begonnen hat.

Bis deine Einsamkeit,
die sich nährt an meiner Starre,
ins Nirgends läuft,
und aufhört zu vermissen,
was niemals werden wird.

Und sie wird erst vergehen,
wenn dort und da die Achsel zuckt
und Atemstöße mich hinausbegleiten,
wenn Gefahren abgewendet,
dann erst lässt sie mich passieren.

Dann
darf ich dich lieben.

© PETRA HALLER

8 Responses to “dann”

  1. witch Says:

    HUI – ich glaube dafür fehlt mir Einfühlungsvermögen. Dürfen wir nicht immer und jeden lieben? Man darf halt nicht erwarten zurück geliebt zu werden. Einseitige Liebe tut weh – Eigenliebe vor „Nächstenliebe“ lehrt uns, mit ungeliebt sein, umzugehen! LG witch

  2. Petra Says:

    … ja, ja, nix erwarten … schön wärs. Also ich für mich bin noch nicht derart „erleuchtet“ und mein ängstliches Ego pfuscht mir leider immer noch ganz schön rein – wie man sieht.

    .. und vielleicht verrat ich dir auch mal, was „dann“ wirklich passiert ist, weil erstens kommt es … und zweitens … naja ;)

    Aber lieb hab ich mich schon … öhm … glaub ich zumindest.

  3. Trinity Says:

    „dann“: Was ist DANN?!?! Ich kanns nicht mehr hören, dieses DANN. Ich vote für eine DANN-freie-Welt! Muss alles eine Folge von wenn-dann sein? Ist das nicht fad, berechenbar, … – achnein, denn das verhindert das Leben doch wieder, schließlich kommt es anders…und zweitens… blablabla.

    Also, leben wir im Hier und Jetzt (noch so was, was ich nicht mehr hören kann *gg*), DANN beißen wir uns zumindest dann nicht in den Hintern, weil wir die Zeit nicht genutzt haben….

  4. Petra Says:

    Ist nicht die gesamte Welt eine Folge von Ursache und Wirkung? …. „Wenn die Bienen ausfliegen, dann gibt es Honig.“ „Wenn ich dich berühre, dann fühle ich mich wohl.“ Würde ich es noch tun, wenn ich es nicht wüsste?

    Das „dann“ zu streichen hieße doch, dass ich auch jegliche Vorfreude verbannen müsste. Auf den Cafe Latte mit Freunden in der Sonne. Auf den Punschstand zu Weihnachten. Auf Barcelona. Auf das Schnitzerl bei Mama oder auf den nächsten Eintrag in meinem Blog :)

    Ich glaub, Trinity, ich muss auf mein „dann“ bestehen. Sorry.

    Petra

  5. Joschi Says:

    Man sollte lieben, wenn einem danach zumute ist, ohne dann und aber………
    Die Zweifel sind aber gut beschrieben, welchen wir alle unterliegen.

  6. Rosi Says:

    DANN – ich habe kürzlich ein tolles mail zu diesem Thema erhalten.
    Die Essenz daraus ist: Wenn man ständig auf das DANN wartet, um ein besseres, erfüllteres, freieres – und was auch immer – Leben zu führen, weil man zuerst noch was erledigen möchte, etwas passieren muss… verpasst man das eigentliche Leben. Weil dieses spielt sich nicht DANN ab, sondern JETZT!

    Ich weiß schon, die Theorie ist geduldig und die Praxis viel schwerer. Und wenn man nicht grad selbst im Gefühlschaos drinhängt, spricht sich´s viel leichter.
    Aber wenn man nie beginnt zu versuchen, die Theorie in die Praxis umzusetzen, gibt´s Stillstand.

    Allein die Erkenntnis dessen, dass man jetzt etwas anders machen könnte, ist schon der erste große Schritt.

  7. Rosi Says:

    NACHSATZ:

    das DANN hat schon seine Berechtigung – sofern es nicht mit dem vorangestellten „WENN“ verknüpft ist.

    Weil nur das DANN beinhaltet die Vorfreude (und die ist ja bekanntlich die Schönste ;o), aber mit dem WENN davor setzt es Bedingungen voraus.

  8. petrahaller Says:

    Ein Leben ganz ohne Bedingungs-wenn und Erwartungs-dann… klingt schön. Aber ich befürchte, dass es uns Verstandesmenschen nicht möglich sein wird. Fängt an bei: „Wenn du ins Feuer greifst, dann verbrennst du dich“ – eines der ersten Dinge, die jedes Kind lernt – und WENN es nicht hört, DANN muss es wohl durch den Schmerz der eigenen Erfahrung durch.

    Und hier nimmt der WENN-DANN Kreislauf seinen Ursprung (oder viel früher schon) und führt sich selbst fort, weil JETZT dürfte doch auch diese Erfahrung mit dem Feuer nicht existieren und all die anderen, die uns so begegnen im Laufe eines Lebens. Würde ich mich dann immer wieder aufs neue verbrennen müssen? Sollte nicht die Frage vielmehr lauten: Wo nützt es uns, und wo schadet es, und wie weiß man das? Ist leider selten so eindeutig wie Falle des Feuers.

    Aber um auf das Gedicht zurückzukommen: Das Ziel sollte sicher sein, dem WENN/DANN in der Liebe (wo, wenn nicht dort) jegliche Existenzberechtigung abzusprechen.

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