genug gesagt

April 21, 2007

Als wir begannen anzudeuten,
hörten wir auf zu verstehen.

Millionen verlogene Worte gestreut,
uns sinnlos am Fühlen gehindert.

Verlaufene Sprache wies falsche Wege,
und aller Ausdruck ging verloren.

Unwahre Planen übergestülpt,
bis selbst die Glut verstummte.

Wir konnten uns nie hören
zwischen all dem Gesagten.

© PETRA HALLER

4 Responses to “genug gesagt”

  1. witch Says:

    Man muss auch gemeinsam schweigen können! Darin liegt nicht soviel Missverständnis wie im gesprochenen Wort! Aber wir fühlen uns dann unverstanden!? LG witch

  2. Oldifan Says:

    Auch das wird sich wieder ändern wie die Mode

  3. petrahaller Says:

    Es geht ja darum, dass man viel zu viel sagt, und damit das Wesentliche „übertönt“; die leisen Töne im unwahren Geplärr nicht mehr wahrnimmt. Auch die eigenen. Und wenn wir uns genau beobachten, fühlen wir zumeist dann unverstanden, wenn wir uns selbst nicht verstehen, bzw. auch zu uns selbst nicht ehrlich sind. Is so.

  4. tttrinity Says:

    Eine weise Frau hat mich unlängst auf die Macht des gesprochenen Wortes aufmerksam gemacht (derzeit fast so ein starker Ausdruck für mich wie „Gedankenhygiene“). Petra wars (diesmal) nicht, aber „genug gesagt“ drückt für mich Ähnliches aus.
    Mir ist klar geworden, dass wir selbst uns es meist nicht eingestehen nichts zu sagen, dass wir die Klarheit des gesprochenen Wortes „brauchen“ oder dass wir glauben, das Gegenüber braucht dieses Ausgesprochene. Dann ist endlich alles geklärt! Was für ein Trugschluss. Verwechseln wir nicht dabei Klarheit mit Härte und Zerstörung, die die tausend Worte danach nicht mehr kitten können? Obs das Schweigen kann, ich weiß es nicht…
    Genug der vielen Worte (*g*): Ich habe jedenfalls auch das Gefühl (du hasts toll ausgedrückt, Petra), dass wir ohne ständiges Blablabla vielleicht endlich wieder wahrnehmen, was eigentlich stimmig ist. In uns und um uns herum.

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