ohne worte.

November 9, 2007

Worte.
selbst-verständlich
seit dem Urschrei mein Zuhause
satte Sicherheit in lau(t)en Hülsen
täuschen Heimat vor

Worte.
entlarvt
seit dem Urschrei uns belogen
und wir geglaubt
getan, was sie uns sagten
oder nicht

Worte.
drängen
von allen Seiten
hinein und hinaus
doch trau ich keiner Silbe mehr
und verlier völlig den Boden
unter den Sätzen

Worte.
verblassen
kraftlos und ausgelaugt
fallen sie
in eine Mitte
tiefster Stille

Dort bitt’ ich dich
er-höre mich.

© petra haller

5 Responses to “ohne worte.”

  1. witch Says:

    Heisst das nun das alles gesagt wurde?
    Und das obwohl wir nur einen klitzekleinen Bruchteil an Worten nutz(t)en, als uns zur eigentlich Verfügung steht/stand/gestanden haben wird…? Wiederholen wir unsere Worte nicht, damit sie eben nicht verblassen? Bussal witch
    PS: Stille kann der Wort-Findung dienen!

  2. petrahaller Says:

    Poem inspired by „Die Sprache ist die Quelle aller Missverständnisse“, Antoine de Saint-Exupéry

  3. witch Says:

    Das ändere ich frech: Die unterschiedlichen Sprachen sind Quelle aller Missverständnisse! Das Gesprochene kommt oft anders am (H)Ohr(chenden)an als gemeint! Worte können irreführende Gefühle klären! Ohne Wort, kein Ton! :o ) Bussal witch

  4. Tanja Says:

    Worte…können ehrlich,gemein,gelogen…sein
    welche Worte wollen wir hören?-und von wem?
    Leider hören wir zu selten die „richtigen“ Worte von den „richtigen“ Menschen!

  5. Génie des MontAgnes Says:

    hi du. ich lechze nach lyrik-nachschub…
    bu ag

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